Wie alles begann

… schon mehr als acht Jahrzehnte Josefsheim.

Das heutige Seniorenzentrum Josefsheim war bis 1929 ein ganz ursprünglicher Allgäuer Bauernhof. Er war Heimat, Broterwerb und Lebensmittelpunkt der Röthenbacher Familie Kolb.

Die verwitwete Bäuerin Kolb konnte den Hof wegen ihres hohen Alters nicht mehr bewirtschaften. So verkaufte sie im Jahr 1929 ihr Haus und die dazugehörigen Wald- und Wiesenflächen für genau 60.000 DM und eine zusätzliche Leibrente. Das landwirtschaftliche Anwesen ging an die „Anbeterinnen des Blutes Christi“ aus Liechtenstein. Die Ordensschwestern hatten schon seit längerer Zeit Interesse an dem schön gelegenen Hof gezeigt.

Den handschriftlichen Kaufvertrag unterschrieben die Schwestern Floriana und Alfonsa im Juli 1929 und schon am 16. August siedelten sie nach Röthenbach um. Schwester Alfonsa Schnitzler wurde die erste Oberin des Gutshofs. Aus ihrer bayerischen Heimat brachte sie die Liebe zur Landwirtschaft und zum ländlichen Leben mit.

Die Ordensschwestern Aloisia, Fabiana als Köchin und Caritas, die die Handarbeitskurse führte, erfüllten das Josefsheim mit Leben. Schon nach kurzer Zeit leisteten die Schwestern auch einen ersten ambulanten Krankendienst. Im November 1929 waren 25 Schülerinnen in der Nähschule der Schwestern. Auch der Kindergarten der Schwestern erfreute sich eines regen Besuches. Den Ordensschwestern war es in kurzer Zeit gelungen, den ehemaligen Bauernhof der Familie Kolb zu einen Ort der menschlichen Begegnung zu machen.

Die erfolgreiche Arbeit der Ordensfrauen krönte der Augsburger Bischof am 30. Oktober 1929 mit der Erlaubnis, eine Hauskapelle zu bauen. Es war das erste große Fest im Josefsheim. Am 19. Dezember 1929 weihte Pfarrer Franz Xaver Haag die Kapelle in festlichem Rahmen ein.

Vier Jahrzehnte später, im Jahr 1969, gaben die Schwestern die Landwirtschaft auf. Sie konzentrierten sich von diesem Zeitpunkt an ganz auf die Betagtenbetreuung. Das Haus wurde umgebaut und eine noch größere „Kostbar-Blut-Kapelle“ errichtet. Der Augsburger Bischof Dr. Josef Stimpfle weihte die Kapelle am 5. Oktober 1969 ein. Jetzt konnten hier auch die Bürger von Oberhäuser und ganz Röthenbach am Gottesdienst teilnehmen.

1995 übernahm Sr. Margit Frey die Leitung des Josefsheims. Von 1997 bis 2002 wurde das Seniorenheim umfangreich saniert und gleichzeitig erweitert. Heute präsentiert sich das Josefsheim als modernes und doch sehr familiäres Senioren- und Pflegeheim. 38 Pflegeplätze und sieben betreute Wohnungen stehen zur Verfügung. Alle Bewohner haben ein großzügiges Einzelzimmer mit eigenem Sanitärbereich. Die Zimmer sind lichtdurchflutet und bieten einen herrlichen Ausblick in die Allgäuer Natur. Die ländliche Lage und die mehr als sieben Hektar Fläche, die zum Josefsheim gehören, bezeugen bis heute den landwirtschaftlichen Ursprung.

2004 hat sich das Haus dem AllgäuStift-Netzwerk angeschlossen. Schon zuvor gab es eine enge Zusammenarbeit mit dem AllgäuStift Seniorenzentrum Marienheim in Kempten.

Die Schwestern des Ordens Anbeterinnen des Blutes Christi (ASC) wohnen und leben nach wie vor im Josefsheim. Sie verrichten Dienste im Haus, in der Kapelle und im Garten. Vor allem aber tragen sie durch ihr Gebet und mit ihrem Dasein ganz wesentlich dazu bei, dass im Josesheim ein "guter christlicher Geist" und meist eine fröhliche Stimmung herrschen.