Zur Geschichte des Caritas-Zentrums Seeg

1936 kaufte der neu in die Gemeinde gekommene Pfarrer Knaus von der Gemeinde Seeg die alte Turnhalle. Sein ganzes Vermögen investierte er in seinen Wunsch, aus dieser ein Heim "von der Wiege bis zur Bahre" zu gestalten, sein Augenmerk galt insbesondere einem Altersitz für die Knechte und Mägde, die auf den Höfen oft nur noch geduldet waren und der Betreuung von Kindern.

Er schaffte es, die Einheimischen zum Aufbau des Heimes zu bewegen - vom tatkräftigen Steineklopfen bis hin zu finanzieller Unterstützung beteiligte sich die Bevölkerung. Noch heute erzählen damals Beteiligte, dass die Leute wohl nur deshalb so viel spendeten, weil jeder wusste, dass der Pfarrer schon vor ihm das Letzte gegeben hatte und selbst Hand anlegte. Im gemeinsamen Aufbau des heutigen Alten- und Pflegeheimes liegt auch der Ursprung der tiefen Verwurzelung des Hauses im Gemeindeleben.

Neben dem Kindergarten und dem Pflegeheim eröffnete Pfarrer Knaus in seinem Heim auch eine Entbindungsstation und eine Haushaltungsschule. Die Entbindungsstation wurde 1961 wieder aufgelöst, die Haushaltungsschule 1988 nach Kempten eingegliedert.

Für die Betreuung der Kinder als auch der alten Leute gewann er Schwestern aus dem Orden der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau mit ihrem Mutterhaus in Auerbach/Oberpfalz, die bis 2013 in Zusammenarbeit mit weltlichen Mitarbeitern die Bewohner pflegten und betreuten.

2002 begann die Zusammenarbeit mit dem AllgäuStift-Netzwerk.

Umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen und ein Erweiterungsbau (Fertigstellung 2013) stellen sicher, dass die Bewohner auf dem neuesten Stand der Seniorenbetreuung gepflegt und betreut werden. Das Caritas-Zentrum Seeg bietet heute ein Daheim für 71 Bewohner.