Demenzkranke Senioren besser verstehen

"Stellen Sie sich vor, man setzt Sie mutterseelenallein in einer chinesischen Kleinstadt aus, wo Sie weder die Sprache kennen noch irgendetwas lesen können. Überall stoßen Sie auf völlig unverständliche Gebräuche wie beispielsweise das Essen mit Stäbchen. Und was das Schlimmste ist: Ständig treffen Sie auf Menschen, die auf Sie einreden, dabei so tun, als ob sie Sie schon lange kennen würden und von Ihnen erwarten, dass Sie über sämtliche Dinge Bescheid wissen. So oder so ähnlich fühlen sich Menschen, die von einer Demenz betroffen sind."

Häufig leiden Menschen mit Demenz an Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Störungen des Wahrnehmens und Erkennens und haben Schwierigkeiten bei Bewegungsabläufen und zielorientierten Handlungen. Sie sind oft nur sehr begrenzt in der Lage, ihre Wünsche und Bedürfnisse so auszudrücken, dass die Angehörigen und Betreuer sie verstehen können.

Für eine gute Betreuungsarbeit ist die richtige Bewertung aber unerlässlich, zumal Gefühlserleben, der Persönlichkeitskern und die emotionalen Grundbedürfnisse Demenzkranker nach wie vor erhalten sind. Im Holdereggen-Park nutzen wir "HILDE" – so heißt das Heidelberger Instrument zur Lebensqualität demenzkranker Menschen. Bei dieser Bewertungshilfe werden neben der kognitiven Leistungsfähigkeit auch alltagspraktische Kompetenzen sowie mögliche Verhaltensauffälligkeiten erfasst. Ziel von HILDE ist, Menschen mit Demenz richtig zu verstehen zu können und gezielt zu fördern. Dazu muss die Umgebung positive Erlebnisse wie Freude, Wohlbefinden, Entspannung, Interesse etc. erkennen und emotional unterstützen. Die Lebensqualität demenziell Erkrankter kann so nachhaltig verbessert werden.

Um rund um das Thema Demenz umfassend zu informieren und den Austausch zu fördern, finden im Seniorenzentrum Holdereggen-Park regelmäßige Vorträge von gerontopsychiatrischen Fachreferenten statt. Wir laden Sie hierzu herzlich ein.